Der mobile Webkonferenz- und Webinarwahn zur Cebit 2008
Kurz vor der Cebit 2008 kommen wieder Ankündigungen und Pressemitteilungen in rauhen Mengen auf den Tisch. Der Checkpoint eLearning berichtet von einem Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, das Videokonferenzen auf Handy oder SmartPhone bringt.
Ich bin von dem Nutzen nicht wirklich überzeugt. Mobile Endgeräte sind im Geschäftsleben natürlich längst unverzichtbar geworden. Erst bei meiner letzten Live Online Session mit LiCo war ist durch den Ausfall der Internetverbindung dazu gezwungen auf eine GPRS Verbindung mit einer Datenkarte auszuweichen. Ohne das Notebook hätte ich die Session nicht nach einem Kundentermin durchführen können.
Einen echten Mehrwert davon, Videokonferenzen auf kleine (!) mobile Endgeräte zu bringen, kann ich ebenso wenig sehen, wie immersive 3D-Welten und Spiele auf Handy oder iPOD zu nutzen.
Webkonferenzen und Videokonferenzen werden durchgeführt, wenn das gesprochene Wort durch Visualisierungen und den detaillierten Bild des Gesprächspartners ergänzt werden soll.
Klassische Videokonferenzen leben davon, die nonverbale Reaktion des Gesprächspartners auch bei Verhandlungen zu sehen, Webkonferenzen durch die Visualisierung komplexer Sachverhalte und das Live-Online-Training durch intensive Interaktionen mit den Teilnehmern. Dies alles ist auf kleinen Bildschirmen nur sehr sehr eingeschränkt möglich.
In welchen Situationen ist im Geschäftsleben kein Zugriff auf ein Notebook möglich? Im Auto, auf dem stillen Örtchen, in Besprechungen, in der Regel in Situationen in denen der Sinn einer Videokonferenz fraglich ist.
Oder bin ich hier zu kritisch? Habe ich etwas den zentralen Anwendungsfall für mobile Videokonferenzen übersehen? (Quelle: Live-Online-Collaboration Blog)

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